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Mittelschwäbische Nachrichten 30.04.2009: "Faist Anlagenbau trotzt der Krise"


Faist Anlagenbau ist auf allen Kontinenten aktiv. Unser Bild zeigt eine Schallschutzeinrichtung für Gasturbinen in Südafrika.

Krumbach:  Hiobsbotschaften aus dem Bereich der Wirtschaft prägten in jüngster Zeit auch in der Region das Bild. Die Niederraunauer Firma Faist Anlagenbau trotzt dem Trend auf eine bemerkenswerte Weise. Im jetzt abgeschlossenen Geschäftsjahr (April 2008 bis März 2009) gab es mit 40 Millionen Euro einen Rekordumsatz. Geschäftsführer Wilhelm Braun geht zwar davon aus, dass die Entwicklung nun etwas gedämpfter verlaufen wird, aber in vier bis fünf Jahren hält er einen Umsatz von 50 bis 55 Millionen Euro für denkbar. Die Firma möchte sich weitere Nischen erschließen. Künftig wird die Faist Anlagenbau auch Lärmschutzwände für Straßen und Bahnlinien herstellen. Infolge des Konjunkturpakets sieht Braun hier viele Möglichkeiten für Faist Anlagenbau. In den vergangenen Jahren ist die Firma, deren Ursprünge bis 1974 zurückreichen, in einem geradezu atemberaubenden Tempo gewachsen. Wilhelm Braun (51) ist seit 1992 Geschäftsführer, damals zählte Faist Anlagenbau circa 40 Mitarbeiter. Im Jahr 2004 waren es 180, im März 2008 245. Zuletzt betrug die Zahl 270 Mitarbeiter. Als Erfolgsrezept der Firma gilt die flexible Aufstellung auf den Märkten der ganzen Welt. Schallschutz für Kraftwerke oder Druckmaschinen, akustische Prüfstände, Windkanäle und noch viel mehr: Braun sagt, dass man durch Vielfalt und Qualität auf Veränderungen des Marktes rasch reagieren könne. Die Zahlen für das abgeschlossene Geschäftsjahr sind beeindruckend: Der Umsatz konnte laut Braun von 32,1 Millionen Euro auf circa 40 Millionen Euro gesteigert werden. Die Firma entwickele sich, so Braun, weiterhin auf solider Basis. Aber ganz spurlos sei die Krise auch an Faist Anlagenbau nicht vorübergegangen. Der Auftragseingang lag im Geschäftsjahr 2007/2008 bei circa 42 Millionen Euro. Im Jahr 2008/2009 seien es etwa 35 Millionen Euro. Wie geht es im neuen Geschäftsjahr weiter? Nach Mitteilung von Braun habe die Firma einen Auftragsbestand im Wert von 20 Millionen Euro im Haus. Man gehe derzeit davon aus, dass sich der Auftragseingang im neuen Geschäftsjahr bei etwa 28 Millionen Euro bewegen werde. Der Rückgang des Betrages sei aber zu einem guten Teil auch auf gesunkene Rohstoffpreise zurückzuführen. Die Entwicklung bei Faist Anlagenbau verläuft also nicht mehr so stürmisch wie zuletzt. Aber wenn es so weitergehe, stehe die Firma, so Braun, nach wie vor auf einer soliden Basis, Kurzarbeit sei dann kein Thema. Die Zahl der Mitarbeiter sei im November 2008 bereits kurzzeitig bei 285 gelegen. Zurzeit seien es 270 Mitarbeiter. Es habe keine betriebsbedingten Kündigungen gegeben. Angesichts der verlangsamten Entwicklung habe man sich dazu entschieden, geplante Investitionen auf einen längeren Zeitraum zu strecken. Nach Mitteilung von Braun hat die Firma im Süden und Norden des Betriebes Grundstücke für Erweiterungen gekauft. Im Süden soll die Pulverbeschichtungsanlage erweitert werden. Man strebe die sogenannte GSP-Zulassung an, mit der auch Aluprodukte für den Fassadenbau bearbeitet werden könnten. Zwölf Millionen Euro Investition Im Norden soll ein neues Ausbildungszentrum entstehen. Ferner eine sogenannte Abcoilanlage zum exakten Ausschneiden von Blechen sowie eine Fertigungslinie für Schalschutzpanels (Blechschalen mit Absorptionsmaterial im Inneren). Alles in allem seien dies, so Braun, Investitionen von rund zwölf Millionen Euro. Geplant sei gewesen, diese in vier Jahren zu realisieren. Angesichts der jüngsten Entwicklung wolle man den Zeitraum auf bis zu sechs Jahre strecken. Wichtig sei für die Firma die Verbesserung der Erschließung, die die Stadt Krumbach jetzt in Angriff nehme. Der Ausbildung (derzeit sind es 35 Auszubildende) werde weiterhin ein hoher Stellenwert eingeräumt. Vorgesehen sei auch der Aufbau einer betrieblichen Altersvorsorge. Immer dann, wenn es der Firma gut gehe, wolle sie Beträge dafür zur Verfügung stellen. Mitarbeiter könnten in die Altersvorsorge beispielsweise angefallene Überstunden einbringen. Die Aufträge würden durch die Krise im Einzelvolumen insgesamt kleiner werden, aber die Entwicklung sei immer noch beachtlich. Braun nennt unter anderem den Kraftwerksbereich in Australien (circa 1,7 Millionen Euro) oder den Aufbau akustischer Messräume in China (circa eine Million Euro). In Peking werde ein Joint Venture mit einem chinesischen Partner aufgebaut.

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09.09.2010 | Diese Seite drucken© 2010 FAIST Anlagenbau, INCREON
 

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