FAIST investiert
Von Peter Bauer (Chefredakteur der Mittelschwäbischen Nachrichten)
Plötzlich huscht ein Lächeln über sein Gesicht. „Davon werden wir beim Aufschwung profitieren. Die Krise ist die Zeit der Innovation“, sagt Geschäftsführer Wilhelm Braun. Die Niederraunauer Firma Faist Anlagenbau setzt mitten in der Wirtschaftskrise bewusst auf gezielte Investitionen. Geplant sind der Neubau eines sogenannten „Blechzentrums“ und der Neubau einer Stahlbauhalle für insgesamt rund drei Millionen Euro. Die Investitionen ermöglichen laut Braun unter anderem die Herstellung von bis zu sechs Meter langen Schallschutzpanels. Die Firma Faist Anlagenbau ist unter anderem auf den Schallschutz spezialisiert, zum Beispiel bei Kraftwerken und Druckmaschinen. Etablieren möchte sich die Firma aber auch im Bereich Verkehr. Geplant ist bei Faist ferner die Einrichtung eines neuen Ausbildungszentrums. Die Kosten werden rund 400 000 Euro betragen.
Die Firma Faist Anlagenbau gilt seit vielen Jahren als Aushängeschild der Region und ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Doch auch Faist blieb von der Krise nicht verschont. Vorsorglich habe man Kurzarbeit angemeldet. Diese gebe es aber nur in geringem Umfang (drei bis vier Personen) in der Verwaltung. Braun (52) geht davon aus, dass auch das Jahr 2010 ein „schwieriges Jahr“ werde. Aber danach könnte ein Aufschwung möglich sein. Und für diesen möchte Faist Anlagenbau gerüstet sein. Mit der Einrichtung des neuen Ausbildungszentrums werde möglicherweise bereits im März begonnen.
Im September betriebsbereit
Umgebaut werde zu diesem Zweck das ehemalige Holzmann-Gebäude. Wichtiger Bestandteil des Ausbildungszentrums werde eine mechanische Werkstatt sein. Geplant sei auch ein „Faist-Shop“ mit Merchandising-Artikeln (zum Beispiel Mützen oder Handschuhe) für die Mitarbeiter. Braun geht davon aus, dass das neue Ausbildungszentrum bis zum 1. September betriebsbereit ist, wenn neue Auszubildende eingestellt werden. Das Zentrum soll den Namen „Face“ (für Faist-Ausbildungs-Center) tragen. Mit dem Bau von Blechzentrum und Stahlbauhalle soll eventuell im April oder Mai begonnen werden, die Arbeiten sollen bis 2011 abgeschlossen sein.
Eine weitere umfangreiche Investition zeichne sich bereits ab: die Erweiterung der Pulverbeschichtungsanlage. Man strebe in diesem Zusammenhang die sogenannte GSP-Zulassung an, mit der auch Aluprodukte für den Fassadenbau bearbeitet werden können. Voraussichtliche Kosten: Circa drei Millionen Euro. Das Erfolgsgeheimnis der Firma sehen viele in ihrer vielfältigen Aufstellung. Schallschutz, akustische Prüfstände oder auch Windkanäle: Die Firma Faist ist Spezialist für viele Bereiche und auf den Märkten in der ganzen Welt präsent. In Peking/China wurde nach Auskunft von Braun vor Kurzem ein Joint Venture für Projektierung und Vertrieb gegründet. Auf dem japanischen Markt möchte Faist verstärkt aktiv werden (unter anderem mit akustischen Messräumen für die Automobilindustrie). Für Flugzeugturbinen beispielsweise liefert Faist zwei Prüfstände im Wert von rund 350 000 Euro. Ein Auftrag für die Luftfahrt: Das hat in diesen Tagen etwas Symbolisches. Bei Faist hofft man nach der Krise auf einen neuen Steigflug.
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